bin ich nicht mehr fremdenkompatibel?

Was ist bloß los, frage ich mich jetzt schon zum zweiten Mal. Zum besseren Verständnis fange ich ein bisschen früher an…

Ich studiere in einem dualen System, das heißt 3x pro Woche Arbeit, 2x pro Woche Uni und 1x im Semester geht es für zwei Wochen in die Blockwochen, in denen ich das geballte Fachwissen für meinen Studienschwerpunkt lerne. Diese zwei Wochen finden für mich nun zum zweiten Mal in einer fremden Stadt mit fremden Menschen statt. Was heißt fremd. Ich kenne diese Leute nun seit fast 2, 5 Jahren und sehe sie jede Woche. Aber nicht jeden Tag und auch eher nicht in meiner Freizeit.

Man wohnt zusammen, kauft zusammen ein, isst zusammen, sieht zusammen fern – teilt zwei Wochen lang sein Leben. Eigentlich wirklich eine nette Zeit. Möchte man meinen.

Ich hingegen bin total unentspannt. In die ersten Blockwochen bin ich sehr euphorisch gestartet. Ich habe mich gefreut die neue Stadt zu erkunden und die Leute besser kennen zu lernen. Aber stattdessen war ich nur gestresst auf so engem Raum mit mir relativ fremden Menschen zusammen zu wohnen. Ich fühlte mich nicht akzeptiert, nicht wahrgenommen und gestört. Hatte keinen Rückzugsort. Nun haben die zweiten Blockwochen begonnen. Wieder eine andere Stadt, wieder andere Menschen. Und ich? Ich bin schon mit Magengrummeln losgefahren.

Früher war das anders. Ich war gerade süchtig danach neue Leute kennen zu lernen. Feiern gehen, Fremde ansprechen, Handynummern tauschen, sich wieder treffen, neue Freundschaften entstehen lassen, Spaß haben.

Ich fühle mich wie ein stockige, verborte, steife 80ig Jährige die mit ihrem Leben schon abgeschlossen hat. Ich bin auf der Suche nach dieser alten Offenheit, wann ist sie verloren gegangen und vor allem wo?

Oder ist es vielleicht ganz normal? Ist das so, wenn man älter wird, sich niederlässt, „seine“ Leute hat? Ich kann und will mich mit diesem Gedanken nicht abfinden. Ich mochte diese offene Seite an mir sehr. Und ich werde darum kämpfen, dass sie wieder zu mir gehört. Zu Haus bei meinen Freunden und meinem Liebsten ist alles kein Problem. Ich bin ganz die alte, mache Witze mit fremden Menschen und genieße Abenden in neuer Gesellschaft, die mein Leben bereichern.

Vielleicht gelingt es mir ja in den nächsten zwei Wochen ein bisschen von dieser Seite auch hier in der fremden Stadt auszupacken und mich wohl zu fühlen. Ahoi. eure sina

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