academic art of riding

Hier kommt nun wie versprochen der Versuch meine Impressionen der letzten Tage für euch zusammenzufassen.

Die akademische Reitkunst nach Bent Branderup basiert auf den Lehren der alten Meister, wie beispielsweise Xenophon, Pluvinel oder Steinbrecht. Das Wissen dieser Meister möchte Bent wieder erwecken und für die Gegenwart aufarbeiten. Er unterrichtet Menschen und Pferde auf seinem Hof in Dänemark und auf Wochenendkursen in ganz Europa. Ich hatte das Glück jetzt als Zuschauer an so einem Wochenendkurs teilzunehmen. Da immer mehr Menschen Interesse an der akademischen Reitkunst haben, hat Bent Branderup das Konzept der lizensierten Trainer entwickelt. Dies sind langjährige Schüler, die sich ebenfalls der akademischen Reitkunst verschrieben haben.

Ziel der Reitkunst ist es dem Pferd körperlich und mental so nah zu kommen, dass der Eindruck eines tanzenden Paares entsteht. Das Ganze versucht Bent so zusammenzufassen:

„Two spirits who want to do what two bodies can.“

Das Seminar war so aufgebaut, dass wir erst Theorieunterricht erhalten haben und dann Paare bei der Handarbeit beobachten durften, während Bent Branderup ihnen Unterricht gegeben hat. So war es möglich das in der Theorie Gelernte direkt in der Praxis anschauen zu können. Bei der akademischen Reitkunst spielt es eine große Rolle die Dinge vollständig zu verstehen und anwenden zu können, sodass man zu Hause immer auch alleine mit seinem Pferd weiter arbeiten kann. Jedes Paar erhielt nach seiner Vorstellung also sozusagen Hausaufgaben, die es galt zu erarbeiten.

Nachmittags gab es dann wieder eine Stunde Theorie und im Anschluss wurde die Arbeit auf dem Pferd analysiert. So konnten auch unwissende Teilnehmer wie ich hervorragend die Umsetzung vom Boden aufs Pferd verfolgen und ein Gefühl dafür bekommen, wie wichtig die Grundlagenarbeit ist. Am zweiten Tag wurden wir zu Beginn nochmal in der Theorie unterrichtet und dann waren wieder die Reiter dran. Sie sollten nochmal vorführen, was sie am vorherigen Tag gelernt hatten und eventuell bereits umsetzen konnten. Bent Branderup hat dann nur noch teilweise Hinweise gegeben.

Zum Abschluss gab es dann für alle noch ein Schlusswort von Bent Branderup. Selbst wenn ich wollte, könnte ich das Gesagte nicht wiederholen. Das Deutsch mit dänischem Akzent ist wirklich charmant und gut verständlich. Bent ist aber ein sehr geschickter Redner und Meister seines Fachs. Ich möchte seine Worte nicht verdrehen oder verändern.

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Bent Branderup mit Zarif // Foto: Lotte Lekholm

Was habe ich jetzt mitgenommen?
Ich habe kein eigenes Pferd, sondern nur eine Reitbeteiligung. Außerdem stehe ich noch ganz am Anfang der Reiterei. Sicherlich werde ich einige Dinge nicht so schnell umsetzen können, wie ich es mir wünsche, aber festgehalten habe ich sie trotzdem.
Auch wenn sich einige Sachen sehr banal anhören, bedeuteten sie für mich doch wichtige Punkte im Umgang mit Pferden, an denen ich jetzt als erstes bewusst arbeiten werde.

  1. Überprüfe und löse zu Beginn am Boden, damit dein Pferd gelassen ist und bereit ist mit dir zusammen zu arbeiten.
  2. Lerne zu fühlen was das Pferd unter dir macht. Welches Bein hebt und senkt es gerade. Ist das Genick entspannt oder die Schulter fest. Reite zu Anfang auch mal ohne Sattel, um dein Pferd besser zu spüren.
  3. Ich gebe meinem Pferd die Signale durch den Sitz. Ich kann alle Hilfen weglassen, Stimme, Schenkel, Gerte, aber der Sitz bleibt. Es ist also besonders wichtig den Sitz zu schulen und die Gewichtsverlagerungen richtig einzusetzen.

Ich hoffe ich konnte euch damit einen kleinen Einblick in ein spannendes Seminar geben und habe vielleicht bei dem ein oder anderen die Lust auf mehr geweckt. Das Seminar wurde von Annika Keller organisiert, sie ist lizensierte Bent Branderup Trainerin und im Raum Hamburg/Bremen unterwegs.

Hier kommen also die wichtigsten Adressen für euch:
Homepage Bent Branderup
Facebook Bent Branderup
Homepage Annika Keller

Ich wünsche euch nun viel Spaß und Harmonie bei der Zusammenarbeit mit eurem Pferd.
♥ Sina

Foto: Lotte Lekholm

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2 Antworten zu “academic art of riding

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