jammern auf hohem niveau – da ist er ja wieder dieser druck

Startschuss für meine Bachelorarbeit. Wow. Wie schnell ist die Zeit bitte vergangen? Gerade noch sehe ich mich die ersten Tage in der Uni sitzen und schüchtern ein paar neue Leute kennen lernen. Jetzt ist der Zauber des Neuen schon lange verflogen und ich kämpfe mich mühsam dem Ende entgegen.

Kämpfen, ja ihr lest richtig. Ich kämpfe nur noch. Meine Motivation hat mich auf der Zielgeraden verlassen und macht sich schonmal ein schönes Leben, um dort auf mich zu warten. Ich kann ziemlich diszipliniert sein. Außer beim morgendlichen Aufstehen, aber das ist nochmal ein anderes Thema. Fakt ist, ich prügele mir die Fakten für die Klausuren in den Kopf und kämpfe mich mühsam durch Bücher, um Projektarbeiten noch rechtzeitig abzugeben.

Klar sagt ihr jetzt, kenne ich auch. Jaaa natürlich kenne ich das auch von früher, zu Abizeiten waren eben andere Dinge wichtiger. Aber und jetzt kommt es, das war nicht immer so. Ich habe mich so wahnsinnig auf das Studium gefreut, neue Menschen kennen zu lernen, endlich Input für meinen müden Geist, auf zu neuen Ufern und sich weiterentwickeln. Das ganze äußerte sich in einer Motivation, die ich zumindest was das Lernen betrifft, so noch nicht von mir kannte. Und das erfreuliche und für mich auch überraschende an der Sache: es hat funktioniert. Meine Leistungen haben meine Erwartungen um einiges übertroffen. Da war ich vielleicht stolz. So gute Noten hatte ich zuletzt in der Grundschule. Wo kam das plötzlich her?

Das Rätsel habe ich bis heute nicht gelöst ;-) Außerdem schlich sich langsam aber sicher Ermüdung ein. Ich habe mich weiterentwickelt und zwar nicht nur in meinem Job, sondern auch persönlich. Ich habe ganz neue Interessen und Werte für mein Leben. Habe neue Menschen kennengelernt, habe alte Menschen neu kennengelernt und sehe gute Freunde mit neuen Augen. Studium? Achja, da war ja was. Ich hatte langsam aber sicher keine Lust mehr mich damit zu befassen. Hatte das bekommen, was ich wollte. Jetzt interessieren mich andere Sachen. Aufgeben? So kurz vor dem Schluss? Nein. Das mache ich zu Ende. Ich gehe gerne in die Uni und bin durchaus auch an einigen Themen sehr interessiert. Aber auswendig Lernen? Jedes Mal wieder ein K(r)ampf.

Was habe ich für Möglichkeiten? Weniger lernen sagen die anderen – ganz einfach. Aaaahh. Jetzt will ich meinen Leistungsstand ja auch halten. Da kommt der Ehrgeiz durch. Jetzt noch absacken? Nein nein, das möchte ich auch nicht. Also kommt die Disziplin wieder hervor gekrochen und ich sitze grummelig, maulig am Schreibtisch.

Jetzt: Finale. Bachelorarbeit. Ich habe so viel geschafft, das bekomme ich auch noch hin. Der Standard-Spruch in meinem Kopf, den ich mir immer wieder selbst sage. Klar Sina, das schaffst du. Ja, aber ich will es dann ja auch gut hinbekommen. Sehr gut sogar. Abwarten und entspannen, versucht irgendwas in mir zu sagen. Aber zu spät, da ist er schon der Druck. Ich hatte große Freude an meinem Thema, als ich es mir ausgesucht habe, war total gespannt auf die neuen Dinge, die ich entdecken werde und in voller Vorfreude auf den Startschuss. Das hat sich leider etwas gelegt. Gelinde gesagt könnte ich kotzen (entschuldigt bitte…), wenn ich daran denke, dass es jetzt so wirklich richtig losgeht.

Was also nun? Den Druck es perfekt machen zu wollen auf der einen Seite – die Unlust es zu tun auf der anderen Seite.

 Ich werde es die nächsten Wochen im Selbstversuch herausfinden und euch auf dem Laufenden halten. Ein Hoch jetzt schonmal an meine Disziplin. Sie macht mich zwar nicht in jedem Moment glücklich, aber bis jetzt sind rückblickend fast immer ganz gute Dinge durch sie entstanden. Einmal nicht. Aber das ist vorbei. Darüber spreche ich jetzt nicht, das könnt ihr hier gerne nachlesen.

Aber vielleicht habt ihr ja Tipps für mich? Wie schafft ihr es euch zu motivieren? Was kann man bei Schreibblockaden machen? Ich habe es jetzt mal mit einem neuen Haarschnitt und Haarfarbe versucht, haha. Und ein Tapetenwechsel zum Schreiben. Neuer Ort, neues Glück? Ich werde es sehen…

♥ Sina

 

 

Foto: wikimedia commons Die.keimzelle

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9 Antworten zu “jammern auf hohem niveau – da ist er ja wieder dieser druck

  1. Ich hab bisher noch nicht an einer Bachelorarbeit oder so gehangen aber ich schaffe Schreibblokaden oder Motivation immer wenn ich kurzzeitig kurz bevor ich beginne zu erstmal meinen Kopf vollkommen von allen Gedanken zu lehren. Am besten setzte ich mich in die Natur und blieb kurzzeitig im Geschehen der Natur und der Tiere… Meistens war es dann so dass sich die blokade dann ganz allein löste… Und dadurch kam die Motivation dann. Wenn es nicht so war hab ich meine lieblingslieder gehört und nur ganz kurz abgeschaltet. Blokaden löst man leider nicht durch noch mehr anstrengungen. Leider….

  2. Als ich diesen Eintrag von dir gelesen habe,hast du genau das Problem bzw. die Schwierigkeit angesprochen,die mir auch durch den Kopf ging ;) Ich habe mir immer (und jetzt zum teil auch) enormen Druck gemacht,weil ich unbedingt gute Noten erzielen wollte und den Drang hatte, perfekte oder sehr gute Leistungen zu erbringen. Aber dieser Schuss ging nach hinten los. Beim Lernen fing schon der Druck an,der durch meine hohe Anforderung an mich selbst enstanden ist. In 7 Tagen ist deine wichtige Klausur,du musst mehr lernen,wenn du eine gute Leistung erbringen willst! Am Tag der Klausur passierte es: Ich hatte ein Blackout. Ich wusste nichts mehr,obwohl ich wirklich gelernt habe..vorallem viel. Meine Motivation war sowas von im Eimer,als ich die Noten bekam. Ich hatte überhaupt gar keine Lust mehr zu lernen und mich überhaupt noch an den Schreibtisch zu setzten. Was ich damit sagen will ist,dass ich mir zu viel Druck gemacht habe und die Anfforderungen an mich,was das Lernen betrifft zu hoch gesetzt habe. Dadurch habe ich auch ziemlich häufig Schreibblockaden bekommen und vorallem weniger Motivation und Spaß. Jetzt versuche ich meine Lernmethode komplett umzukrempeln, indem ich versuche, mir nicht zu viel Druck zu machen und vorallem keinen schlechten. Ein bisschen Druck schadet nie,solange es ein guter Druck ist und nicht in das Extreme geht. Das ist natürlich nicht immer einfach,aber ich sage mir dann immer: In einem Jahr machst du dein Abi,dann bist du durch mit dem Kram und hast das „schlimmste“ erstmal hinter dir. Das ist für mich schonmal ein Ansporn und auch eine Motivation, das wirklich durchzuziehen,aber nicht mit enormen Druck,hohe Leistungen zu erbringen,sondern so gut,wie ich es eben kann ( Die Meßlatte nicht so hoch setzen). Das erleichtert mir einiges und meine Schreibblockaden werden auch weniger,weil ich nach ca 2 Stunden konsequent lernen, eine Pause einlege. Ich gehe dann nach draußen,ein bisschen spazieren und trinke danach einen Tee oder höre Musik,um mich zu entspannen. Dadurch bekomme ich einen klaren Kopf und mein Gehrin ist wieder aufnahmefähiger und ich motivierter :) Ich wünsche dir auf alle Fälle viel Erfolg bei deiner Bachelorarbeit und einen erfolgreichen Startschuss! Ich hoffe,dass ich dir mit diesem mega langen Text weiterhelfen konnte.
    Und mein letzter Tipp: Wenn ich total unmotiviert bin, wende ich mich an meine besten Freunde,weil sie es schaffen,meine Motivation zu stärken,indem sie mich aufbauen und mir Mut machen.
    Ich wünsche Dir viel Glück :)

    • Oh wow :) So ein langer Text, das ehrt mich aber :)
      So ein Blackout hatte ich zum Glück noch nie, aber ich habe es bei anderen schon öfter erlebt. Dort ist wirklich die Erwartung an einen selbst so hoch, dass der Kopf zu macht.
      Das erwartet mich bei meiner Bachelorarbeit aber hoffentlich nicht ;-)
      Den Tipp mit den Freunden sollte ich wohl wirklich öfter mal in Anspruch nehmen. Mal auf andere Gedanken kommen und sich mit jemandem treffen. Hört sich gut an, danke!!

  3. Ich schreibe auch gerade an meiner Bachelorarbeit (gebe am 19. Mai ab….) und sitze also im gleichen Boot. :-/ Zwischendrin könnte ich auch KOTZEN, wie du so schön sagtest.
    Ich versuche immer an das tolle Gefühl zu denken, dass mich durchströmen wird wenn alles vorbei ist und ich wieder entspannen kann. Auch ein schöner Spaziergang durch die Natur hilft immer enorm finde ich.
    Du bekommst das bestimmt ganz toll hin.
    Liebe Grüße
    Julia

    • Hallo Julia,
      hach dieses Gefühl wenn alles vorbei ist. Toll, da freue ich mich auch jetzt schon drauf. Allerdings ist es bei mir noch ein bisschen länger hin, als bei dir ;-)
      Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und vor allem Motivation beim Schreiben!!
      Liebe Grüße!
      Sina

      P.S. Einen tollen Blog hast du :)

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